Melissa auf der Maur - Out of Our Minds

Melissa auf der Maur's Reise durch die Musikwelt hat schon viele Stationen gesehen. Zuerst Bassistin bei Hole, an deren Erfolgsablum "Celebrity Skin" sie massgeblich beteiligt war, dann später noch Tourbassistin von Smashing Pumpkins und dann...nichts. Plötzlich und ohne viel TamTam erschien dann 2004 ihre erste selbstbetitelte Soloplatte welche sich als kleines Meisterwerk entpuppte.

Melissa auf der Maur hatte die musikalischen Freunde der vergangenen Jahre gesammelt um, unter der Leitung von Stoner-Rock Experte Chris Goss, ein durchweg eigenständiges und mitreißendes Rockalbum zu schreiben, allem voran die Hymne "Followed the Waves". Wenn es einen Kritikpunkt gibt dann allerhöchstens, dass der Einfluss der von Song zu Song wechselnden Gastmusiker doch stark zu spüren ist. So haben Nick Oliveri, John Stanier, Chris Goss, Josh Homme und James Iha eindeutige Spuren auf dem Album hinterlassen.

Sechs Jahre später geht Melissa auf der Maur mit einem neuen Solo-Werk "Out of Our Minds" in die zweite Runde. Diesmal gleich mit einem Konzeptalbum inklusive Kurzfilm und Comic. Das ganze gibt es dann auch als ganzes Paket auf der eigenen Webseite zu erwerben. Aber auch das musikalische Werk alleine hat es wiedermal in sich. Auch diesmal hat Melissa auf der Maur musikalische Freunde versammelt und einige alte bekannte sind auch mit dabei, wie z.B. Chris Goss und James Iha aber auch neue und ungewähnlich Musiker finden ihren Weg auf das Album, wie z.B. Glen Danzig, der wohl überraschenste Gast der Plattte.

Auch ist der Einfluss der Gäste kaum noch spürbar. Melissa auf der Maur hat mit "Out of Our Minds" eine echte Solo-Scheibe hingelegt. Ihr Indie-Rock zwischen Clean-Gitarren-Melodien, schweren (meist nur halb-verzerrten) Riffs, Synthesizern, treibenden Drums und Bass plus den eigenwilligen Vocals ist eigenständiger als jeh zuvor.
Die Experiementierfreude ist auch gestiegen, was man vor allem bei den rein instrumentalen Stücken wie "The Hunt", "Lead Horse" oder "This Would Be Paradise" merkt. Und ja, das Duett mit Glen Danzig, "Father's Grave", ist ein wahrer Höhepunkt: tiefe Trommeln, schwere Gitarren, Melancholie und Atmosphäre pur.

Die obligatorische Hymne gibt es mit dem Titelsong "Out of Our Minds" auch. Nichts bleibt zu vermissen.  Manche Künstler haben nunmal keinen hohen Output und zwischen zwei Alben liegen dann auch mal sechs Jahre, aber im Falle von Melissa auf der Maur stimmt auf jeden Fall die Qualität.