Mal auf Anfang. Jesca Hoop war das Kindermädchen im Hause Tom Waits, der sie fortan auf ihrem musikalischem Weg unterstütze. Welchen Einfluss Herr Waits auf die musikalische Entwicklung von Frau Hoop hatte bleibt fraglich, abgeschaut hat sie sich auf jeden Fall den Mut zu ungewöhnlichen Arrangements. Schon auf dem ersten Album "Kismet" mischte sie fröhlich Musikstile durcheinander, immer gerade so wie es zum Lied und zum Text passte. Auch auf "Hunting My Dress" treffen Musikstile aufeinader, allerdings klingt hier alles mehr aus einem Guss. Das liegt unter anderem am Verzicht auf große Ausschweifungen, denn "Hunting My Dress" ist eindeutig minimalistischer als der Vorgänger. Ein bisschen Drums oder elektronische Beats, etwas Gitarre, ein Synth hier und da. Keine großen Orchester-Arrangments, lieber ein leicht verzehrter Streichersound im Hintergund. Jesca Hoop arrangiert mit Bedacht und lässt viel Platz für die Songs selbst.
Dabei wären wir natürlich schon beim wichtigsten Punkt, den Jesca Hoops Songs sind wie kleine Träume. Manche sind traurig, einige fröhlich und andere einfach merkwürdige Geschichten. Jede Geschichte bekommt ihren eigenen kleine Sound abseits der durschnittlichen Singer/Songwriter Folk Soundschablonen, so ist man auch von der sehr traditionellen Folk Nummer "Murder of Birds" richtig überrascht. Über allem schweben immer Frau Hoops angenehme Gesangs-Arrangements die mich manchmal ein bisschen an "Moon Pix" von Cat Power erinnern. Durch die minimalistischen Unterbauten wirkt das ganze Album fast ein wenig entrückt und entführt einen in eine eigene kleine Welt.
Eine Ideale Platte für Sontage und Regentage im allgemeinen. Wer Miss Kenichi oder Cat Power mag sollte auf jeden Fall mal reinhöhren...und alle anderen auch. Zum internationalen Start gibt es dann gleich ein Video und obwohl das Ausruckstanz-Gehopse von Frau Hoop etwas befremdlich wirkt ist "The Kingdom" als Song definitiv einer der Höhepunkte des Albums und daher eine gute Wahl.


