St. Vincent: Gitarrenzauber

Manchmal haben die beliebten Videoplattformen des Web 2.0 doch mehr zu bieten als verwackelte Handyvideos und Selbstentblößungen zum Fremdschämen. Im Falle der amerikanischen Sängerin Annie Clark alias St. Vincent haben die im Netz kursierenden Videos der guten Dame zu einer meiner schönsten Entdeckungen der letzten Jahre beigetragen. Dabei sind diese Videos Teil eines Gesamtkunswerk, in dessen Mitte Annie Clark selbst steht.

Während einem auf den beiden Alben "Marry Me" und "Actor" der 27-jährigen Künstlerin komplexe und teils experimentelle Arrangments entgegenschmettern, sieht man sie auf den zahlreichen Videos im Internet oft alleine mit Gitarre musizieren. Eigentlich gibt es dadurch jeden Song zweimal, einmal als LP- und einmal als Internet-Version. Nie ist eine Version uninteressant oder gar langweilig. Alleine das könnte Grund genug sein auf die in Europa noch weitgehend unbekannte Annie Clark ein Auge zu werfen.

Natürlich könnte man jetzt auch über die mutig arrangierten Platten mit ihrem extranvaganten Instrumenten- und Gesangseinsatz sprechen, oder über das gradniose Gitarrenspiel mit einem Hang zum Noise. Jedoch empfehle ich jedem sich selbst auf die Suche zu machen, den selber entdecken ist doch das Schönste. Den Anfang sollte man vielleicht mit dieser wundervollen Nummer vom ersten Album machen. Diesmal ist die gute Annie auch nicht allein, sondern hat Unterstützung vom amerikanischen Songwriter Andrew Bird. Da macht das Spielen und auch das Schauen gleich mehr Spaß...