Top Ten

Eigentlich bin ich kein Freund von Top Ten Listen, aber am Ende jeden Jahres rekapituliere ich dann doch noch einmal was alles den Weg auf meinen Plattenteller/iPod/CD Player gefunden hat. Ich muss zugeben, dass die Entscheidung dieses Jahr um einiges schwieriger war als noch im letzten Jahr und wäre gegen Ende des Jahres nicht noch "Dialogue" von Thavius Beck erschienen, wäre ich bei der Nummer Eins sehr ratlos gewesen. Aber hier ist sie nun, die Top Ten Liste mit den Alben, die man dieses Jahr gehört haben sollte:

1. Dialogue - Thavius Beck
Einfach mal den letzten Eintrag lesen!!!

2. Further Complications - Jarvis Cocker
Jarvis Cocker hat es mit seinen selbstironischen Texten geschafft daran zu erinnern, dass Indie-Rock auch mal lustig sein darf.

3. Actor - St. Vincent
Annie Clark konnte die hohe Qualität des Debütalbums noch übertreffen und schaffte es ein Vorzeigewerk der Indie-Musik zu zaubern.

4. Der Stoff aus dem die Regenschirme sind - Huss & Hodn
Nicht ganz so gut wie der Vorgänger, aber immer noch eine Marke für sich im deutschen HipHop.

5. Farm - Dinosaur Jr.
Absolutes Meisterwerk der alten Hasen. Knüpft nahtlos an großartige Hymnen vergangener Tage an.

6. Them Crooked Vultures -  Them Crooked Vultures
Wenn sich berühmte Musiker zu einer neuen Band formieren nennt man das gerne Supergroup. Them Crooked Vultures ist vielleicht die einzige Supergroup der letzten Jahre die diesen Titel verdient hat.

7. Apokalypse Jetzt - Hiob & Dilemma
Düster, böse, lähmend. Jeder Beat gut und Hiob & Dilemma feuern Worte wie aus Maschinengewehren.

8. Far - Regina Spektor
Nicht ganz so gut wie die Vorgänger, aber immer noch ganz vorne mit dabei.

9. Born Like This - MF Doom
Release auf dem hohen Niveau der Madvillain und Danger Doom Alben des Masken-Manns vom Stone Throw Label.

10. Crack the Skye - Mastodon
Intelligenter Metal mit interessanter Produktion. Abseits jeglicher Klischees schafft die Band ein komplexes Meisterwerk.

Reinhören!

Thavius Beck - Dialogue


Vielleicht sollte man das Ende des Jahres mit einem kleinen Rückblick beginnen. Nichts wäre dafür besser geeignet als mein persönliches Album des Jahres. Dabei handelt es sich hierbei auch um den perfekten Kandidaten einen neuen Blog zu beginnen. Die Rede ist vom Album "Dialogue" des in LA ansäßigen Electronic Music Künstlers Thavius Beck. Dabei hat Thavius Beck bei diesem Album nicht seine ungewöhnlichen, elektronischen Beats in der Vordergrund gestellt, sondern seine Stimme. Somit entstand das wortreichste Album seit seiner frühen Anfänge. Und dabei hat er dem Hörer viel zu sagen: "This is no quite riot!" wird uns da am Anfang eines Songs versprochen. Thavius Becks Stimme packt einen sofort am Kragen, schüttelt einen durch und am Ende des 40-minütigen Machtwerks bleibt man einfach nur mit offenem Mund sitzen. Die Themen sind aus der Alltagskiste. "Money", "Violence", "Painful", "Pressure" heißen da Songs die keinen Zweifel an ihrer inhaltlichen Ausrichtung lassen. Jedes Thema wird sauber abgehandelt und wer noch behauptet Rapper könnten sich nicht eloquent ausdrücken sollte hier einmal genau hinhören. Thavius Beck übt mit jedem Wort Kritik, Kritik an den Massenmedien, an Konsum, der HipHop Kultur, Armut und Verblendung. Er redet über die Entstehung von Gewalt, die Manipulation der Jugend und man möchte einfach nur den Dialog aufnehmen und mit diesem Mann eine Diskussion führen. Man wird mit Worten bombadiert, mit Metaphern aus der Deckung gelockt und schließlich von einer genialen Schlußfolgerung erschossen. Das alles passiert über elektronische Beats der feinsten Sorte, denn auch auf der instrumentalen Seite hat Herr Beck wiedermal alles richtig gemacht. Die manchmal, eigenartigen Beat-Gebilde bewegen sich irgendwo an den Rändern verschiedenster elektronsicher Musikstile und natürlich dem HipHop. Dabei sind sie aber für HipHop so ungewöhnlich, so fern ab von den Kanye Wests, DJ Premiers, Madlibs oder Just Blazes dieser Welt. Thavius Beck ist es gelungen seinen eigenen HipHop zu finden oder erfinden, wunderbar auch für Leute die nur mit Randerscheinungen dieses Genres klar kommen. Den einzigen Vorwurf den sich das Album gefallen lassen müsste, dass es ,vor allem durch die vordergründige, fast betende Stimme, das bisher monotonste Album von Thavius Beck ist. Wer sich hier jedoch langweilt hört einfach nicht genau hin oder hört einfach zu leise. Das Album des Jahres aus zwei Gründen: 1. Thavius Beck ist es gelungen eine neue Perspekitve in einen Musikstil zu bringen, von dem man nichtmehr viel erwartet hat. 2. Kein anderes Album dieses Jahr hat es geschafft mich zu zwingen es gleich beim ersten Abspielen  ganz und ohne Störung durchzuhören.




Start

Reboot-Neuanfang
...
Immer auf der Suche nach Platten
...
Manchmal finde ich auch eine!